Die Neue Nationalgalerie: Mies van der Rohes letzte schlichte Schönheit

von Stefanie Penate

 

Ludwig Mies van der Rohe war einer der berühmtesten deutschen Architekten des Bauhauses. Er hat während seiner Karriere viele Gebäude in Deutschland und auch in Amerika entworfen und gebaut. Er hat seine Erfahrung von dem Bauhaus nach Chicago mitgebracht und einen neuen Baustil, den Internationalen Stil, begründet. Dieser Stil war sein Kennzeichen durch die 60er Jahre in Amerika. Nachdem sein letztes Gebäude in Chicago (das Seagrams Gebäude) gebaut worden war, ist Mies van der Rohe 1962 noch einmal nach Berlin gegangen. Der Berliner Senat hatte ihn gefragt, ob er die “Galerie des 20en Jahrhunderts” in Berlin entwerfen wollte, um zeitgenössische Kunst auszustellen. Die Neue Nationalgalerie sollte das letzte Gebäude in seiner berühmten Karriere sein.

Die Neue Nationalgalerie war die physische Realität von den Ideen des Mies van der Rohe, ein Gebäude für jede Funktion zu benutzen. Die Galerie war eine Idee von dem deutschen Architekten Karl Friedrich Schinkel, dessen Student Mies früher gewesen war. Seit den 20er Jahren, wollte Mies ein Gebäude nur aus Stahlrahmen und Glas bauen. Das Gebäude brauchte ausserdem einen großen Platz für Austellungen. Weil die Galerie viele andere Ausstellungen gezeigt hat, hat Mies eine Harmonie zwischen Rhythmus und Verhältnis gesucht, so dass er Ausstellungen von jeder Zeit haben konnte. Die Konstruktion war auffallend einfach, praktisch aber ästhetisch.


Das Gebäude hat eine freiliegende Stahlskelettrahmenkonstruktion mit einem großen Stahldach, das auf acht Stahlsäulen steht. Die großen Dachbodenglasfenster geben einen schönen Ausblick über die Stadt von allen Seiten des Gebäudes. Innerhalb des Gebäudes ist der Boden von massiven Granitblöcken gebaut. Die ganze Konstruktion ist immer noch Bauhaustradition: geradlinig-rechtwinklig und total dekorationslos. Der Stahl und Glas stehen allein für “Dekorationen.” Die schlichte Konstruktion gibt einem die Freiheit der Bewegung mit einer ruhigen Atmosphäre. 50 mal 50m Glas- und Stahlwürfel sind das Fundament der Konstruktion, und sie stehen auf einem rechten Steinpodium. Diese Tempelkonstruktion des Gebäudes ist sehr einladend. Sie soll an den neoklassizistischen Entwurf erinnern und zwei große Treppen führen schließlich zum Hauptstockwerk der Galerie.

Von dem Projekt war verlangt worden, kleine Plätze für eine ständige zeitgenössischen Kunstsammlung zu haben, große Plätze für vorübergehende Ausstellungen von Malerei und Skulpturen, einen Skulpturengarten ausserhalb des Gebäudes und andere Nebenräume. Die Neue Nationalgalerie wurde 1968 fertig, ein Jahr bevor Mies gestorben ist. Es steht an der Potsdamer Strasse in Berlin, aber es ist nicht der gleiche Entwurf wie die anderen Gebäude an der Strasse. Mies mochte nicht, dass die Gebäude zusammenpassen können. Er wollte die Galerie nicht nur funktionell gestalten, sondern auch schön. o

Heute können alle Leute zeitgenössische Kunst wie die neueste Ausstellung von Andy Warhol dort finden. Es gibt eine Chance, alle die potenzielle Harmonie zwischen Funktion und Kunst zu sehen, die das Bauhaus immer geprägt hat. Es ist die letzte Schönheit von einem langen Vermächtnis der künstlerisch hervorragenden Werke, die heute noch immer stehen.

Ein Beispiel für den Einfluss, den die Theorien von Ludwig Mies van der Rohe gehabt haben, ist das IBM Gebäude in Chicago.

 



Deutsch 205
Spring 2002
Ingrid Zeller
Fotos 1 und 2 von Ingrid Zeller; alle anderen Fotos von Stephanie Penate

Virtuelle Architektour Goethe Institut
Bauhaus Chicago an Northwestern