Aus Aachen nach Chicago: Das Leben von Ludwig Mies van der Rohe
von Ceren Saglamer
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"Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. Architektur ist eine Sprache mit der Disziplin einer Grammatik, man kann Sprache im Alltag als Prosa benutzen, und wenn man sehr gut ist, kann man ein Dichter sein." Ludwig Mies van der Rohe |
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Die Stadt Chicago ist von ihren eleganten Wolkenkratzern, die
aus Stahl und Glas gebaut sind, gekennzeichnet. Die meisten Hochhäuser
sind durchsichtig wegen der Verwendung der rechteckigen Glas-Blöcke statt
Beton als Wand. Daneben sind die Stahl-Rahmen nackt und dunkel verfärbt.
Dieser moderne Baustil heißt der Internationale Stil, und er entwickelte
sich aus dem Zusammenwirken von Kunst und Industrie. Chicago verdankt den Bauhaus
Architekten und insbesondere Ludwig Mies van der Rohe das Eintreffen dieses
beeindruckenden Stils in Chicago. Mies hatte eine überragende Architektur-Karriere.
Seine akademische Ausbildung fand in Deutschland statt, aber der Höhepunkt
seiner Produktivität war in Amerika. Anders gesagt ist sein Leben die Geschichte
des Kommens des Bauhauses nach Amerika.
Ludwig Mies van der Rohe wurde 1886 in Aachen als Sohn eines Steinmetzen geboren.
Als Gewerbeschüler durchlief er eine handwerkliche Ausbildung, während
er schon ein Gefühl für reine Formen, die Eleganz von Details und
die Magie von Materialien entwickelte. Als er im Jahre 1905 nach Berlin ging,
fand er zunächst eine Tätigkeit bei dem Architekten Bruno Paul, und
förderte er eine große Sensibilität gegenüber Werkstoff,
Konstruktion und Proportion, welche zu den besonderen Eigenschaften seines Werks
zählt.
Wenig später trat er in das Architekturbüro von Peter Behrens (1868-1940)
ein, wo Mies sein erstes Werk, das Haus Riehl in Postdam-Neubabelsberg, verwirklichte.
Dieser Entwurf stellte sich als so tadellos in seiner Konzeption heraus, dass
niemand es für das erste Werk eines derartig jungen Architekten halten
würde. Vor der Gründung seines eigenen Architekturbüros im Jahre
1913 machte Mies van der Rohe noch die Bekanntschaft von Walter Gropius (1883-1969),
Le Corbusier (1887-1965) und Hendrik Petrus Berlage, die seine weitere Entwicklung
als Architekt entscheidend prägen sollten.
Der Erste Weltkrieg bewirkte einen kulturell-künstlerischen Wandel besonders
in Europa, und verursachte die Schaffungen radikaler Kunstströmungen. Unter
diesen war die wichtigste Kunstströmung, die Mies van der Rohe beinflußte,
das 1919 gegründete Bauhaus.
Im Jahre 1930 wurde Mies van der Rohe der Direktor des Bauhauses und leitete
es bis zur Schließung der Schule durch die Nationalsozialisten im Jahre
1933. Als die Lage in Deutschland für Architekten und Künstler der
Moderne immer schlechter wurde und sich für Mies die Möglichkeit ergab,
in den USA einen Lehrstuhl zu übernehmen, ging er 1938 nach Chicago. Danach
hat eine neue Ära, Mies in Amerika, angefangen.
In den USA war die Technik der Stahlkonstruktionen schon weit fortgeschritten.
Weil er ein Leiter der Architekturfakultät von Illinois Institute of Technology
war, konnte er seine Philosophie des Stahlskelettbaus verwirklichen. Sein erstes
wichtiges Projekt in Amerika war der IIT-Campus Entwurf. Im Jahre 1940 stellte
er den Gesamtplan für die Neugestaltung des IIT-Hochschulgeländes
fertig. Es war eine strenge, rechtwinklige Anlage mit Einzelbauten für
Lehre und Forschung. Obwohl er revolutionäre Gebäude wie das Farnsworth
Haus in Plano, Illinois (1946-1951) oder das Seagram Gebäude in New York
(1954-1958) entworfen hat, spreche ich aus Gründen der Präzisierung
nur über seine Werke in Chicago.
Im Jahre 1949 wurde die Errichtung seiner Lake Shore Drive Apartments angefangen.
Später wurden diese Gebäude Symbole von vollendeten Stahl-und-Glas
Hochhäusern. Ein anderer Stahl-und-Glas Plan von Mies ist das Chicago Federal
Center. Es ist von 1959 nach 1974 gebaut worden, und wird definiert als die
Vollendung der geometrischen Form.
Die Anzahl der Werke von Mies in Chicago ist begrenzt, aber sein Einfluss auf
die Gründung der industriellen Architektur und die jungen Architekten ist
unendlich. Im Jahre 1969 starb er nach einer monumentalen Karriere in Chicago.
Deutsch 205
Spring 2002
Ingrid Zeller
Virtuelle
Architektour Goethe Institut
Bauhaus Chicago an
Northwestern